Faszination Südostasien – meine Reise nach Bali, Indonesien

Unser Flugzeug landete am späten Abend in Denpasar. Es war meine erste Reise nach Südostasien und ich war unsicher und gleichzeitig gespannt, was mich erwarten würde. Trotz später Uhrzeit befanden sich wahre Menschenmassen am Flughafen, sodass wir ein wenig auf unser Visum warten mussten. Die Visavergabe und das weitere Prozedere am Flughafen verlief ohne Probleme, sodass wir schnell all unsere Sachen zusammen hatten. Draußen warteten hunderte von Menschen, entweder um eine bestimmte Person abzuholen oder um Ankommenden wie uns eine Taxifahrt anzubieten. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich “No, thank you” oder eine verneinende Handbewegung machte. Es war der pure Wahnsinn.

Unsere erste Unterkunft war 700m vom Flughafen entfernt und wir wollten daher zu Fuß gehen. Dies scheint hier sehr ungewöhnlich, da so ziemlich jeder mit dem Taxi oder einem Roller unterwegs ist. Wir wurden dementsprechend häufig auf unserem Weg angesprochen. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass dies von nun an völlig normal sein würde. Schließlich kamen wir in unserer Unterkunft an und hatten ein einfaches Zimmer mit Klimaanlage und Bad. Ich muss leider zugeben, dass ich zu diesem Zeitpunkt einen Kulturschock hatte und am liebsten wieder in das nächste Flugzeug gestiegen wäre. Mein Freund sagte mir jedoch, dass dies völlig normal sei und am nächsten Morgen sah die Welt auch schon wieder ganz anders aus. Wir hatten ein tolles Zimmer in einer kleinen Tempelanlage und bekamen sogar Frühstück! Es gab eine Art Sandwich und einen Kaffee mit viel zu viel Zucker, obwohl wir gerne ohne Zucker gehabt hätten. Daraufhin guckten wir das indonesische Wort für Zucker “Gula” nach um uns das nächste Mal besser verständigen zu können.

Während unseres Frühstücks wurden Opfergaben an die verschiedenen Gottheiten überall in der Tempelanlage verteilt, eine tolle neue Erfahrung. Nach unserem Frühstück sortierten wir uns, packten unsere Sachen und machten uns auf den Weg zu einer 2km entfernten Bushaltestelle. Auf dem Weg dahin stoppten wir an einer eher westlichen Shopping Mall und erhaschten einen Blick auf den nicht allzu schönen Strand in Kuta. Als wir an der Bushaltestelle ankamen, hieß es erstmal warten. Nach gut einer halben Stunde wurden wir von dort zu unserem Bus geführt, da der Bus vor Ort aufgrund der engen Straße und des hohen Verkehrs nicht halten konnte. Der Bus ähnelte eher einem Großraumtaxi und konnte ca. 12-14 Personen unterbringen. Wir machten uns also mittels öffentlichem Verkehrsmittel auf den Weg nach Ubud. Leider entsprach der Bus aufgrund von fehlenden Anschnallgurten jedoch nicht so ganz meiner Sicherheitsvorstellung, aber was soll man machen. Wir fuhren also durch den Verkehr, auf der linken Seite, wobei einem Roller auch hier manchmal entgegen kommen. Es ist ein wildes durcheinander, rote Ampeln werden auch mal nicht beachtet und es wird ständig gehupt. Hier wird nicht nur der Vordermann angehupt, wenn er zu langsam anfährt, sondern es wird gehupt, wenn man sich kennt, wenn man als Taxifahrer nach neuen Kunden sucht, wenn man links oder rechts abbiegen will, wenn man überholt, wenn man an eine Kreuzung kommt, wenn man sonst wo lang will und jemand im Weg ist, … was auch immer. Es scheint die gängige Kommunikation unter den Fahrenden zu sein und vollkommen normal. Ansonsten wird sich mit Handzeichen verständigt oder eine sonstige Person steht mit einer Pfeife im Mund mitten auf der Straße und versucht den Verkehr zu regeln.

Irgendwie schafften wir es sicher nach Ubud. Dort machten wir uns auf den Weg in unsere Unterkunft, die leider keine Klimaanlage enthielt, obwohl wir sie genau deswegen gebucht hatten. Nun ja, es gab immerhin einen alten Ventilator und mangelhafte Mosquitonetze. Wir überlebten es mit nur wenigen Mückenstichen. Trotz gutem Frühstück am nächsten Morgen (super leckere Bananenpancakes mit exotischem Obst) entschieden wir uns die Unterkunft zu wechseln, es gibt ja genügend Auswahl… Dies stellte sich als eine gute Entscheidung heraus. Die neue Unterkunft war nicht nur mit Ventilator und Klimaanlage ausgestattet, sondern war auch wunderschön. Es war eine traumhaft schöne Tempelanlage und unsere schönste Unterkunft auf Bali, in der wir die nächsten sechs Nächte verbrachten.

Am Tag zuvor hatten wir schon ein bisschen Ubud erkundet. Wir waren entlang eines Yogastudios, den ersten Reisfeldern und Bananenbäumen zum berühmten Monkeyforest spaziert. Dort hatten wir auch ohne die Touristattraktion zu betreten haufenweise Affen gesehen. Diese waren auf den Bäumen, Straßen und Dächern der Läden – einfach überall, total verrückt! So richtig nahekommen wollte man ihnen allerdings nicht, da sie teilweise aggressiv wirkten. Dann waren wir noch ein bisschen durch die Straßen geschlendert und sind essen gegangen. Am folgenden Tag machten wir uns auf die Suche nach einem Roller, den wir für die kommenden Tage mieten wollten. Leider stellte sich dies jedoch als nicht so einfach heraus, da so ziemlich alle halbwegs guten Roller zu vernünftigen Preisen (mit oder ohne Versicherung) bereits ausgebucht waren. Wir liefen also mehrere Stunden durch die Stadt und fragten uns durch. Schließlich fanden wir gegen Abend Jemanden, der uns eine Honda Vario zu einem guten Preis und natürlich ohne Versicherung anbot. Wir mieteten diese also für die nächsten Tage. Da an diesem Tag nun nicht mehr allzu viel anzufangen war, gingen wir noch essen und schliefen dann ganz wunderbar in unserer neuen Unterkunft.

Am nächsten Tag ging es dann auf unseren ersten Trip mit unserem Roller. Wir wollten nur eine kurze Strecke fahren, damit wir den Roller testen und uns vor allem an den Verkehr gewöhnen konnten. So fuhren wir zuerst zur Nahe gelegenen Elefantenhöhle Goah Gajah, die aus dem 9. Jahrhundert stammt und sehr beeindruckend war.

Es gab dort noch weitere Wege, die an einem Tempel und einer Badestelle vorbei führen. Allerdings mussten wir um diesen Bereich zu betreten einen Sarong tragen, den wir auf einer der Märkte kaufen und dabei den Preis verhandeln mussten. Dies ist nicht so wirklich spaßig und wieder mal eine neue Erfahrung. Wir schlugen uns vermutlich nicht schlecht indem wir von 360.000 IDR auf 40.000 IDR runter handelten, was vermutlich immer noch zu viel war…

Anschließend fuhren wir weiter um einen Wasserfall bei Gianyar, den Tegenungan Wasserfall, anzugucken. Leider war dieser nicht allzu schön, was vermutlich mit den viel zu vielen Menschen und dem absolut verschmutztem Wasser zusammenhängt. Es ist nicht ansatzweise mit den natürlich schönen Wasserfällen in Australien zu vergleichen! Baden will man hier schon garnicht. Außerdem widerstrebte es mir ein bisschen Eintritt für einen Wasserfall zu bezahlen, der von Natur aus sowieso da ist. Es erschien mir schon jetzt so, als ob auf Bali alles zu einer Touristenattraktion gemacht wurde. Es wird versucht aus allem Möglichen Geld zu machen. Dies ist vermutlich bei den Auswirkungen des wachsenden Tourismus für die Bewohner verständlich. Dennoch erscheint es mir als ein falscher Weg und auch wenn es sich umgerechnet und nicht allzu viel Geld handelte, nahm ich mir vor, dies nicht zu unterstützen.

Für den nächsten Tag hatten wir uns einen größeren Trip vorgenommen und wollten ein paar Tempel und die Vulkane erkunden. Wir fuhren also von Ubud zum Pura Tirta Empul, einem Tempel, der an heiligen heißen Quellen gelegen ist. Dort fanden Waschrituale statt. Auch hier hielten sich Menschenmassen auf und wir mussten einen geringen Eintritt bezahlen, den ich jedoch in Kauf nahm, da ich bisher keine größeren Tempelanlagen gesehen hatte. Abgesehen von den vielen Menschen gefiel mir der Tempel sehr gut und ich konnte auch das ein oder andere schöne Foto machen. Dann fuhren wir weiter in Richtung Norden.

Wir stoppten als nächstens am Mount Batur, einem Vulkan, der zuletzt… ausbrach. Man konnte genau sehen, wo damals die Lava verlaufen ist. Trotz Wolken bildete sich ein tolles Bild und wir suchten uns ein Restaurant vor Ort mit einer atemberaubenden Aussicht um etwas zu Mittag zu essen. Anschließend fuhren wir weiter in Richtung Mount Agung, der einen Monat zuvor… und angeblich immer noch rauche. Leider war es uns jedoch nicht vergönnt diesen Vulkan zu sehen, da er vollkommen von Wolken verdeckt war. Wir fuhren dennoch mit dem Roller in den Bergen um ihn halb herum. Auf dem Weg hielten wir an einer riesigen und sehr beeindruckenden Tempelanlage, dem Pura Besakih. Aufgrund der unverschämten Preise sahen wir ihn uns jedoch nur von außen an, was uns vollkommen reichte, da er ein schönes Bild abgab. Dann fuhren wir weiter und es erwischte uns leider ein heftiger Regenschauer, sodass wir uns zwischenzeitlich unterstellen mussten. Wir fuhren entlang wunderschöner Reisfelder bzw. Reisterrassen, die ganz untouristisch waren, und kamen dann am Wasserpalast Tirta Gangga vorbei. Wir stoppten und warfen einen kurzen Blick von außerhalb, da wir alles gut sehen konnten. Dann fuhren wir weiter durch die Berge bis wir das Meer sahen. Wir kamen an dem wunderschönen Küstendorf Amed an. Hier trifft der schwarze Sandstrand aufs Meer und es ist eine tolle entspannte Stimmung. Die Sonne war gerade dabei unterzugehen.. Hier wäre ich gerne ein paar Tage geblieben. Leider mussten wir uns jedoch nun auf den viel zu langen Rückweg machen. Wir fuhren vermutlich zwei Stunden bis wir endlich wieder in Ubud waren und gingen deshalb ziemlich zeitnah schlafen. Trotz absoluter Erschöpfung und einigen Wolken hatte sich der Trip gelohnt.

Den nächsten Tag ließen wir etwas ruhiger angehen. Da wir noch die gestrige Tour in den Knochen spürten, suchten wir uns für diesen Tag eine kürzere Strecke heraus. Wir fuhren über den Tempel Pura Taman Ayun zum Tempel Pura Tanah Lot, welcher wunderschön im Meer gelegen ist. Obwohl auch hier wieder viele Menschen waren, genossen wir die Aussicht auf diesen Tempel sehr! Es war einfach ein schöner Anblick. Dann fuhren wir zurück nach Ubud und machten uns dort einen entspannten Nachmittag und Abend.

Der Tag, der hierauf folgte, hätten wir lieber aus dem Kalender gestrichen. Es war der 05. August 2018. Wir wachten morgens auf und es regnete… Dies ärgerte uns sehr, da das Wetter der vergangenen Tage auch nicht gerade bombastisch gut gewesen war und wir für diesen Tag eigentlich eine längere Tour in Richtung Munduk geplant hatten. Wir guckten die Wettervorhersage auf mehreren Webseiten nach und es hieß, dass es aufklaren sollte. Also machten wir uns in einer Trockenphase auf den Weg. Leider fing es nach drei Vierteln der Strecke in Strömen an zu regnen, was auf dem Roller sitzend nicht so wirklich witzig war. Wir hatten zwar Regenjacken, aber keine Regenhosen an und waren dementsprechend nass. Wir flüchteten uns in ein Café, an dem wir gerade vorbei kamen, denn die Weiterfahrt war einfach zu gefährlich. Das Wasser rann mittlerweile nur noch so die Straße herunter. Neben absolutem Aquaplaning war die Sicht auch auf wenige Meter begrenzt. Wir saßen also erstmal fest. Ein heißer Zitronengrastee und ein Kaffee wärmten uns immerhin ein wenig auf. Als es nur noch leicht nieselte, machten wir uns auf den Weg zur nahegelegenen Tankstelle und von dort (da es eh nur noch wenige Kilometer waren) aus zum ursprünglich geplanten ersten Halt, dem Tenpel Pura Ulun Danu Beratan. Eigentlich hätten wir dies aus sein lassen können, da der Tempel in der ganzen Wolke verschwand und genauso wie der umliegende See kaum zu erkennen war. Immerhin hatten wir etwas, wenn auch nicht viel, auf dieser Tour gesehen. Da das Wetter absolut nicht aufklaren wollte, machten wir uns also wieder auf den Rückweg. Natürlich fing es wieder an zu regnen. Wir waren jetzt also nicht nur nass, es wurde auch ziemlich kalt. Dennoch schafften wir es irgendwie sicher zurück nach Ubud, wo wir in unserer Unterkunft erstmal eine heiße Dusche nahmen.

Für den Rest des Tages blieben wir drinnen, da es draußen nun in Strömen regnete. Der Regen stoppte gegen Abend. Wenn man jetzt denkt, das wäre jetzt alles gewesen, nein, das war es nicht! Denn dann kam das Erdbeben… Ich weiß nicht mehr, ob wir gerade ein Buch gelesen haben, am Handy waren oder einen Film geguckt haben… Jedenfalls saßen wir in unserem Zimmer mit Blick zur Tür, die auf einmal mitten aus dem Nichts wahnsinnig heftig zu wackeln begann, so sehr als würde sie jemand mit Gewalt aufbrechen wollen. Und das, obwohl die Tür verschlossen war. Dieses Bild werde ich wohl nie vergessen. Ich habe die Tür nur angestarrt und es dauerte vermutlich nur ein bis zwei Sekunden bis wir es realisierten. Mein Freund sprang auf und rief nur: “Erdbeben!”. Wir liefen beide so wie wir waren, barfuß und in Schlafklamotten, so schnell wie möglich aus dem Zimmer und raus auf die Straße um von möglich einstürzenden Gebäuden weg zukommen. Als wir auf der Straße waren bebte die Erde noch immer, ein Zustand, der sich schwer beschreiben lässt. Man fühlt die Schwankungen und sieht sie gleichzeitig. Alles wackelt einfach. Zudem spürt man die Angst und Panik der Menschen um sich herum, die ebenfalls auf die Straße geflüchtet sind. Es fühlte sich an wie Minuten und es waren dennoch “nur” dreißig Sekunden. Der Zustand nach dem Erdbeben ist ebenfalls schwierig zu beschreiben. Alle sind glücklich, dass es vorbei ist und einem nichts passiert ist. Gleitzeitig habe ich absolute Verwirrung und Unsicherheit gespürt – was nun? Es ist ja nicht so, dass sofort Einheimische herumlaufen und dir sagen, was nun zu tun ist – eher im Gegenteil! Glücklicherweise findet man alle Erdbeben weltweit relativ schnell online. Somit konnten wir herausfinden, dass das Erdbeben von der Nachbarinsel Lombok kam. Die Stärke wurde mit 7,1 angegeben, welche später auf 6,9 korrigiert wurde und erhebliche Schäden, vor allem auf Lombok, aber auch auf den Gili-Inseln und Bali, anrichtete. Außerdem starben mehrere Menschen, wie wir später herausfanden. Leider hatten wir zunächst jedoch nur wenige Informationen und ich folgte einem privatem Live-Blog sowie den aktualisierten Sicherheitshinweisen des auswärtigen Amtes. Außerdem nahm ich Kontakt zu Familie und Freunden auf, die natürlich noch keine Ahnung hatten. In der Zwischenzeit erfolgten mehrere heftiige Nachbeben, sodass wir noch zwei weitere Male aus dem Haus liefen, nicht wissend, ob es sich um ein Nachbeben oder um ein noch stärker Beben handelte. Wir hingen bis nachts am Handy um so viel wie möglich herauszufinden. Auch wenn uns aufgrund der Nachbeben absolut nicht nach schlafen war, so war dies doch das einzige, was wir zu dieser späten Stunde konnten und was alle anderen genauso machten. Wir packten für diese Nacht einen Notfallrucksack mit wichtigen Dokumenten und warmen Klamotten für den Fall, dass wir mitten in der Nacht in Schlafklamotten aus dem Haus stürmen müssen. Außerdem ließen wir die ganze Nacht das Licht an. Wir hatten nicht nur Probleme einzuschlafen, sondern wie man sich vermutlich gut vorstellen kann schliefen wir in der Nacht auch nicht besonders gut. Dennoch hatten wir Glück und mussten nachts nicht mehr aus dem Haus rennen.

Als wir am nächsten Morgen aufwachten fühlten wir uns immer noch ein wenig unter Schock. Mittlerweile schienen es die Nachrichten auch nach Hause geschafft zu haben, sodass ich die ein oder andere besorgte Nachricht bekam und diese mit “uns geht es gut” beantwortete. Wir brauchten an diesem Morgen ein wenig uns zu sortieren, dennoch schien das Leben einfach weiter zu gehen… Auf den Straßen herrschte der normale Wahnsinn, dennoch nahm ich war, dass die Opfergaben an die Götter an diesem Morgen deutlich größer ausfielen als sonst. Da gutes Wetter war, entschieden wir uns den Trip vom vorherigen Tag zu wiederholen. Schließlich war es unser letzter Tag mit dem gemieteten Roller. Wir machten uns also wieder auf die Fahrt in Richtung Munduk. Wir hielten wieder am Tempel Pura Ulun Danu Beratan und konnten diesen mit dem umliegenden Lake Bratan sogar sehen! Er bot ein schönes Bild. Außerdem fand dort gerade eine große Zeremonie statt, die wir nur teils sehen konnten, da uns der Eintritt nicht erlaubt war. Wir nahmen an, dass diese mit dem Erdbeben zusammenhing. Dann machten wir uns auf die Weiterfahrt. Es ging entlang der Monkeyroad (Affen überall am Straßenrand) hoch in die Berge.

Dort hatten wir einen tollen Blick auf den Lake Buyan und den Lake Tamblingan sowie die Berge hatten. Dann erreichten wir das Dorf Munduk und die Sonne schien. Es war ein wolkenloser Himmel und wir gingen dort in einem Café mit einem Ausblick über die Dächer essen. Dort war es schön ruhig, auch hier wäre ich gerne länger geblieben. Es ist vermutlich eine der noch schönen Ecken Balis. Wir ließen uns Zeit. Auch wenn wir uns eigentlich gegen das Erkunden von Wasserfällen entschieden hatten, konnten wir dem nahe gelegenen Munduk Wasserfall nicht widerstehen. Ich muss zugeben, dass dieser auch ganz schön war – wir hatten ihn sogar für uns alleine.

Dann machten wir uns auf den Rückweg nach Ubud. Leider zogen auf der Fahrt wieder einige Wolken auf, sodass wir noch einmal nass wurden. Das waren also mehr als froh, als wir an diesem Abend den Roller wieder abgeben konnten. Wir gingen abends essen und dann schlafen. Nachts wurden wir leider von zwei weiteren starken Nachbeben geweckt. Wir packten also wieder unseren Rucksack, ließen das Licht an und versuchten zu schlafen.

Am nächsten Morgen mussten wir leider aus unserer geliebten Unterkunft auschecken. Da wir immer noch ein wenig durch den Wind aufgrund der Nachbeben waren, entschieden wir uns einen Ruhetag einzulegen. Wir buchten also eine weitere Nacht in Ubud in einer anderen Unterkunft. Tagsüber entspannten wir einfach. Nachts stellte ich fest, dass ich seit dem Erdbeben doch ein wenig Angst einzuschlafen hatte. Dies lag in dieser Unterkunft insbesondere daran, dass der Ventilator ähnliche Klappergeräusche wie vor wenigen Tagen die Tür während des Erdbebens machte. Wir schalteten also den Ventilator aus, nahmen ein paar Mückenstiche und die Hitze in Kauf. Auch in dieser Nacht spürten wir kurz ein kleines Nachbeben, dies war jedoch nicht mehr allzu dramatisch. Am folgenden Tag entschieden wir uns für eine weitere Unterkunft in Ubud und noch mehr Entspannung. Wir machten einfach mal nichts und das tat gut. Am Morgen darauf entschieden wir uns dann Ubud und Bali zu verlassen. Wir hatten genug gesehen und genug Erdbeben gespürt. Wir nahmen ein Taxi von Ubud zu einem Busbahnhof und mussten natürlich dafür den Preis verhandeln. Dann stiegen wir in einen Bus, der uns von Ubung nach Gilimanuk bringen sollte. Diesen Bus und die Sicherheitsvorkehrungen brauche ich nicht beschreiben. Wir fuhren mir offenen Türen in einem komplett rostigen Bus mit vorwiegend Einheimischen. Es handelte sich um ein gängiges Verkehrsmittel und jeder stieg ein und aus, wann er oder sie wollte, manchmal auch während voller Fahrt. Es war definitiv ein Erlebnis. Dann erreichten wir Gilimanuk und der Bus fuhr uns direkt zur Fähre. Wir erstanden ein günstiges Ticket und gingen an Bord der Fähre, mit der wir nun Bali verlassen und die Nachbarinsel Java erkunden wollten.

Zusammengefasst war Bali eine Erfahrung. Gut gefallen hat mir das Landesinnere, die Vulkane und das Küstendorf Amed. Ansonsten wurde mein Aufenthalt hier leider durch das Erdbeben und teils schlechtes Wetter bestimmt. Nicht gefallen hat mir der Massentourismus, der die Insel zerstört. Man kann deutlich sehen, wie der Tourismus zu Problemen in der Wasserversorgung und dem Straßenverkehr sorgt. Auch sieht man überall Unmengen an Müll in der Natur, insbesondere Plastik. Teils wird der Plastikmüll von den Einheimischen direkt am Straßenrand verbrannt, was neben den Abgasen zu einer noch schlechteren Luftqualität beiträgt. Es werden hier teilweise Schutzmasken aufgrund der zunehmenden Luftverschmutzung getragen, was sehr sinnvoll ist. Außerdem scheint es eine Mülltrennung bzw. Abfallentsorgung hier nicht oder kaum zu geben. Auch wenn die Touristenstrände sauber erscheinen, weil dort der Müll für extra für die Touristen weg geräumt wird, so ist dies doch mehr ein Schein. Abseits der Wege findet sich überall Müll, der leider zu oft und zu viel ins Meer gerät. Alles ist mehr Schein als Sein.

Ursprünglich wollte ich auf Bali, der allseits bekannten Yogainsel, natürlich auch Yoga machen. Wie man sich vielleicht nach meinen Beschreibungen denken kann, kam es nicht dazu. Für mich ist es nicht der richtige Ort. Auch wenn Ubud viele kleine Orte aufweist, die das Yogafeeling vermitteln, scheint es mir insgesamt doch viel zu voll, trubelig und touristisch. Es ist definitiv kein ruhiger entspannter Ort, obwohl es einige ruhige schöne Gassen gibt. Eine Freundin von mir sagte, vielleicht ist es genau das, was Yoga ausmacht. Yoga spielt hier eine so große Rolle um genau in diesem ganzen Wahnsinn und Trubel die Ruhe zu finden. Vielleicht hat sie recht.

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